Wahlen in DeutschlandRatgeber
Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026: Ergebnis, Sitze, Wahlsystem
Am 20.09.2026 hat Berlin das 20. Abgeordnetenhaus und die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen gewählt. Nach dem amtlichen Endergebnis vom 12.10.2026 hat das Abgeordnetenhaus 153 Sitze, verteilt auf Die Linke, CDU, AfD, Grüne und SPD. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent, erstmals durften 16- und 17-Jährige mitwählen.

Am 20.09.2026 hat Berlin sein Landesparlament gewählt, das 20. Abgeordnetenhaus. Am selben Tag wurden die Bezirksverordnetenversammlungen der zwölf Bezirke gewählt [4, 5]. Den Termin hatte der Senat von Berlin in seiner Sitzung am 03.06.2025 festgelegt [4]. Der Landeswahlausschuss hat das endgültige Ergebnis am 12.10.2026 festgestellt [2]. Die Linke wurde nach der Bundeszentrale für politische Bildung erstmals stärkste Kraft bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl [5].
Das amtliche Endergebnis
Wahlberechtigt waren 2.487.318 Menschen, gewählt haben 1.846.344. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent und damit 11,3 Prozentpunkte höher als bei der vorigen Wahl [1]. Fünf Parteien sind im neuen Abgeordnetenhaus vertreten. Die Tabelle zeigt ihre Zweitstimmenanteile nach dem amtlichen Endergebnis, die Sitze nach der Pressemitteilung des Landeswahlausschusses und zum Vergleich die Zweitstimmen der Wiederholungswahl 2023 [1, 2, 5].

| Partei | Zweitstimmen 2026 | Sitze 2026 | Zweitstimmen 2023 |
|---|---|---|---|
| Die Linke | 25,7 % | 45 | 12,2 % |
| CDU | 18,8 % | 33 | 28,2 % |
| AfD | 16,3 % | 29 | 9,1 % |
| GRÜNE | 14,3 % | 25 | 18,4 % |
| SPD | 12,1 % | 21 | 18,4 % |
| BSW | 4,7 % | 0 | nicht angetreten |
| FDP | 2,5 % | 0 | 4,6 % |
| Insgesamt | 153 |
BSW und FDP sind an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert [5]. Volt und die Tierschutzpartei kamen auf je 2,1 Prozent, alle übrigen Parteien blieben unter einem Prozent. Gültig waren 1.825.672 Zweitstimmen, das sind 98,9 Prozent [1]. Wie die Hürde wirkt, erklärt die Seite Die Fünf-Prozent-Hürde.
Erststimmen und Wahlkreise
Bei den Erststimmen lag Die Linke mit 24,0 Prozent vorn, vor CDU (20,3 Prozent), Grünen (16,4 Prozent), AfD (16,0 Prozent) und SPD (13,7 Prozent) [1]. Die 78 Wahlkreise gingen nach der Liste der Gewählten an Die Linke (28), die CDU (26), die AfD (13), die Grünen (10) und die SPD (1). Die übrigen 75 Sitze wurden über Listen vergeben [8, 6]. Erst- und Zweitstimmen fielen nicht überall gleich aus: Die CDU erhielt mehr Erst- als Zweitstimmen (20,3 zu 18,8 Prozent), bei der Linken war es umgekehrt (24,0 zu 25,7 Prozent). Das BSW kam bei den Erststimmen auf 4,2 Prozent [1]. Für ein Direktmandat genügt im Wahlkreis die relative Mehrheit [5]. Eine Partei kann deshalb viele Wahlkreise gewinnen, ohne berlinweit die Hälfte der Stimmen zu erreichen.
Ergebnisse in den zwölf Bezirken
Zwischen den Bezirken unterscheiden sich die Ergebnisse deutlich. Die Tabelle zeigt die Wahlbeteiligung und die Zweitstimmenanteile der fünf Parteien, die ins Abgeordnetenhaus eingezogen sind, nach dem amtlichen Endergebnis für jeden Bezirk [11].
| Bezirk | Beteiligung | Die Linke | CDU | AfD | GRÜNE | SPD |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mitte | 71,5 % | 35,8 % | 14,1 % | 8,9 % | 18,2 % | 11,1 % |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 77,3 % | 44,2 % | 8,8 % | 6,0 % | 20,7 % | 9,5 % |
| Pankow | 79,0 % | 28,1 % | 14,1 % | 15,5 % | 18,0 % | 10,7 % |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 76,2 % | 19,9 % | 25,4 % | 9,7 % | 18,1 % | 14,8 % |
| Spandau | 68,5 % | 16,3 % | 24,4 % | 21,3 % | 9,0 % | 15,2 % |
| Steglitz-Zehlendorf | 79,6 % | 15,1 % | 29,6 % | 11,0 % | 17,0 % | 15,6 % |
| Tempelhof-Schöneberg | 75,6 % | 23,2 % | 21,1 % | 12,1 % | 17,7 % | 14,4 % |
| Neukölln | 69,4 % | 33,0 % | 16,3 % | 14,1 % | 12,4 % | 13,0 % |
| Treptow-Köpenick | 76,1 % | 26,6 % | 15,2 % | 23,7 % | 9,8 % | 10,3 % |
| Marzahn-Hellersdorf | 69,6 % | 20,2 % | 16,4 % | 34,4 % | 5,3 % | 7,9 % |
| Lichtenberg | 72,4 % | 28,8 % | 14,2 % | 24,0 % | 8,7 % | 8,8 % |
| Reinickendorf | 71,2 % | 16,1 % | 27,0 % | 19,0 % | 11,1 % | 14,2 % |
Nach eigener Auswertung dieser Zahlen lag Die Linke bei den Zweitstimmen in sieben Bezirken vorn, die CDU in vier (Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf) und die AfD in Marzahn-Hellersdorf. Am höchsten war die Wahlbeteiligung in Steglitz-Zehlendorf, am niedrigsten in Spandau [11].
Die Korrektur in Spandau
Das vorläufige Ergebnis der Zweitstimmen veröffentlichte der Landeswahlleiter in der Wahlnacht, am 21.09.2026 um 2.14 Uhr [13]. Darin hatte das Abgeordnetenhaus noch 158 Sitze, im endgültigen Ergebnis sind es 153 [2]. Nach der Aufstellung von wahlrecht.de entfielen im vorläufigen Ergebnis 47 Sitze auf Die Linke, 34 auf die CDU, 29 auf die AfD, 26 auf die Grünen und 22 auf die SPD. Die CDU hatte dort ein Überhangmandat in Spandau 1, dafür erhielten Die Linke zwei, Grüne und SPD je ein Ausgleichsmandat [6]. Grund ist ein Wahlbezirk im Wahlkreis 1 des Bezirks Spandau. Bei der Prüfung der Niederschrift fiel nach der Darstellung von wahlrecht.de eine Abweichung vom Ergebnis auf, das am Wahlabend gemeldet worden war. Danach wurden die Stimmzettel öffentlich neu ausgezählt, und die Niederschrift wurde bestätigt [6]. Nach der Mitteilung des Landeswahlleiters prüfen die Bezirkswahlleitungen die vorläufigen Ergebnisse vor der Feststellung anhand sämtlicher Niederschriften und zählen bei Bedarf nach [2].

Das Direktmandat im Wahlkreis Spandau 1 ging dadurch an den Bewerber der AfD statt an die Bewerberin der CDU. Der AfD-Bewerber war im vorläufigen Ergebnis bereits über die Landesliste als gewählt ausgewiesen [2]. Weil sich die Überhangmandate der CDU verringerten, wurden vier Ausgleichsmandate weniger benötigt [2]. Nach der Rechnung von wahlrecht.de verloren Die Linke zwei Sitze, Grüne, SPD und CDU je einen [6].
wahlrecht.de weist außerdem darauf hin, dass das Landeswahlgesetz die Berechnung der Ausgleichsmandate nicht eindeutig regelt. Je nach Auslegung ergäben sich auf Grundlage der vorläufigen Zweitstimmen 153 Sitze nach der Rechnung des Landeswahlleiters, 151 oder 183 Sitze [6]. Festgestellt ist das Ergebnis mit 153 Sitzen [2].
So wurde gewählt
Berlin wählt nach einem personalisierten Verhältniswahlrecht mit Erst- und Zweitstimme. 78 Abgeordnete werden direkt in den Wahlkreisen gewählt, dafür genügt die relative Mehrheit. Die übrigen Sitze werden über Bezirks- oder Landeslisten vergeben, ihre Gesamtzahl richtet sich nach den Zweitstimmen. Ins Parlament kommt eine Partei mit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen oder mit mindestens einem Direktmandat. Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach Zweitstimmen zustehen, erhalten die anderen Parteien Ausgleichsmandate. Das Abgeordnetenhaus hat mindestens 130 Sitze [5]. Mit 153 Sitzen sind es nach eigener Rechnung 23 mehr als diese Mindestzahl. Wie Erst- und Zweitstimme im Bund zusammenwirken, steht unter Erststimme und Zweitstimme.
Die Sitze im Abgeordnetenhaus verteilt das Landeswahlgesetz nach dem Verfahren Hare-Niemeyer, die Sitze in den Bezirksverordnetenversammlungen nach dem Verfahren D'Hondt [3]. Neu war 2026, dass Erst- und Zweitstimme für das Abgeordnetenhaus auf einem gemeinsamen Stimmzettel standen, wie bei der Bundestagswahl. Für die Bezirksverordnetenversammlung gab es einen eigenen Stimmzettel [3]. Wie verschiedene Verfahren aus Stimmen Sitze machen, kannst du im Sitzverteilungsrechner nachvollziehen.
Wer antreten durfte
Bevor gewählt wird, prüfen Wahlausschüsse die Vorschläge. Der Landeswahlausschuss stellte am 17.06.2026 fest, welche Vereinigungen als Parteien gelten und Landes- oder Bezirkslisten einreichen dürfen. Über die Bezirkslisten und die Vorschläge für die Wahlkreise entschieden die Bezirkswahlausschüsse am 22.07.2026, über die Landeslisten der Landeswahlausschuss am 24.07.2026 [12]. Parteien, die nicht ununterbrochen im bisherigen Abgeordnetenhaus oder im Bundestag vertreten waren, brauchten Unterstützungsunterschriften: mindestens 45 für einen Wahlkreisvorschlag, 185 für eine Bezirksliste oder einen Bezirkswahlvorschlag und 2.200 für eine Landesliste [12].
Wer wählen durfte
Wahlberechtigt waren deutsche Staatsangehörige, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt waren, seit mindestens drei Monaten, also seit dem 20.06.2026, ununterbrochen in Berlin eine Wohnung hatten oder sich sonst überwiegend dort aufhielten und ihr Wahlrecht nicht durch Gerichtsentscheid verloren hatten. 16- und 17-Jährige durften 2026 zum ersten Mal das Abgeordnetenhaus mitwählen [3]. Kandidieren durfte weiterhin nur, wer wahlberechtigt war, am Wahltag mindestens 18 Jahre alt war und nicht durch Gerichtsentscheid das Wahlrecht, die Wählbarkeit oder die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter verloren hatte [3, 5]. Für die Bezirksverordnetenversammlungen waren zusätzlich Staatsangehörige anderer EU-Staaten unter denselben Voraussetzungen wahlberechtigt und wählbar [3]. Sie mussten mindestens seit dem 20.06.2026 mit Hauptwohnsitz in Berlin gemeldet sein und erhielten bis zum 30.08.2026 eine Wahlbenachrichtigung mit der Anschrift ihres Wahllokals [14].
Briefwahl in Berlin
Rund 2,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen gingen zwischen dem 10.08.2026 und dem 30.08.2026 an die Wahlberechtigten. Ab dann ließen sich auch die Briefwahlunterlagen beantragen, auch online [4]. Der elektronische Antrag war bis einschließlich 15.09.2026 möglich, der Antrag insgesamt bis Freitag, 18.09.2026, 15 Uhr. Der Wahlbrief musste bis Sonntag, 20.09.2026, 18 Uhr beim Bezirkswahlamt eingegangen sein, das auf dem roten Wahlbrief angegeben war. Das Risiko für die rechtzeitige Ankunft trug die wählende Person [3]. Telefonische Anträge waren nicht zulässig. Wer wollte, konnte auch persönlich in einer Briefwahlstelle vor Ort wählen [3]. Die allgemeinen Schritte stehen unter Briefwahl beantragen und richtig ausfüllen.
Warum Berlin 2026 gewählt hat
Die Wahl vom September 2021 hatte der Berliner Verfassungsgerichtshof wegen der Häufigkeit und Schwere der Fehler für ungültig erklärt, etwa wegen fehlender oder falscher Stimmzettel. Die Wiederholungswahl fand am 12.02.2023 statt [5]. Bei der Wiederholungswahl wurde die CDU stärkste Kraft. Die SPD entschied sich für eine Koalition mit der CDU, Kai Wegner (CDU) wurde Regierender Bürgermeister [5]. Die Wahlbeteiligung lag 2023 bei 62,9 Prozent, das Abgeordnetenhaus hatte 159 Sitze [6].
Wie es nach der Wahl weitergeht
Das neue Abgeordnetenhaus tritt nach der Wahl möglichst bald zur konstituierenden Sitzung zusammen. Erst mit diesem Akt werden die gewählten Abgeordneten handlungsfähig. Das älteste anwesende Mitglied eröffnet die Sitzung als Alterspräsident oder Alterspräsidentin, bildet mit den vier jüngsten Mitgliedern das vorläufig amtierende Präsidium und führt die Wahl des Präsidenten oder der Präsidentin durch [7]. Danach wählt das Abgeordnetenhaus die Regierende Bürgermeisterin oder den Regierenden Bürgermeister. Diese Person ernennt die Senatorinnen und Senatoren und bildet mit ihnen den Senat [9].

Nach der bpb hat die bisherige Koalition aus CDU und SPD ihre parlamentarische Mehrheit verloren (Stand 22.09.2026) [5]. Was Landesparlamente und Landesregierungen allgemein tun, erklärt Landtage und Landesregierungen. Am selben Tag wie Berlin hat auch Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag gewählt [10]; dazu gibt es die Seite Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026.
- Behörde Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026. Landeswahlleiter Berlin. Stand Amtliches Endergebnis, 12.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Landeswahlausschuss hat endgültiges Ergebnis der Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin festgestellt. Landeswahlleiter Berlin. Stand 12.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Frage- und Antwortkatalog zur Wahl des 20. Abgeordnetenhauses von Berlin. Landeswahlleiter Berlin. Stand Bearbeitungsstand 11.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Allgemeine Informationen. Landeswahlleiter Berlin. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Wahl zum Abgeordnetenhaus Berlin 2026: Die Linke wird erstmals stärkste Kraft. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 16.09.2026, aktualisiert 22.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026. wahlrecht.de. Stand Stand 13.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Konstituierende Sitzung. Abgeordnetenhaus Berlin. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026: Gewählte. Landeswahlleiter Berlin. Stand Amtliches Endergebnis, 12.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Arbeitsweise. Abgeordnetenhaus Berlin. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Wahltermine. wahlrecht.de. Stand Stand 11.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026: Bezirksergebnisse. Landeswahlleiter Berlin. Stand Amtliches Endergebnis, 12.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Wahlvorschläge. Landeswahlleiter Berlin. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Vorläufiges Ergebnis festgestellt. Landeswahlleiter Berlin. Stand 21.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Unionsbürgerinnen und Unionsbürger. Landeswahlleiter Berlin. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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