Wahlen in Deutschland

In Deutschland wird auf vier Ebenen gewählt: in Gemeinden und Kreisen, in den 16 Ländern, im Bund und für das Europäische Parlament. Der Bundestag wird alle vier Jahre gewählt, die Landesparlamente meist alle fünf Jahre. Für alle Volksvertretungen gelten die Grundsätze der allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahl.

Eine Hand wirft einen gefalteten Zettel in eine durchsichtige Wahlurne auf einem Holztisch
Bild: KI-generiert

Wer in Deutschland lebt und wahlberechtigt ist, kann je nach Staatsangehörigkeit und Alter auf vier Ebenen mitbestimmen: in Gemeinde und Kreis, im Land, im Bund und in der Europäischen Union. Für Bund, Länder, Kreise und Gemeinden schreibt das Grundgesetz dieselben Wahlgrundsätze vor. Gewählt wird allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim [1].

Die vier Ebenen

Der Bundestag hat nach dem Bundeswahlgesetz 630 Abgeordnete. Jede Wählerin und jeder Wähler hat zwei Stimmen, eine Erststimme für eine Person im Wahlkreis und eine Zweitstimme für die Landesliste einer Partei [2]. Gewählt wird für vier Jahre [1]. Wahlberechtigt sind Deutsche, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind, seit mindestens drei Monaten in Deutschland eine Wohnung haben oder sich hier gewöhnlich aufhalten und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind [2]. Bei der Bundestagswahl 2025 lag die Wahlbeteiligung bei 82,5 Prozent [3]. Den Wahltag bestimmt der Bundespräsident, es muss ein Sonntag oder gesetzlicher Feiertag sein. Die Wahl organisieren Wahlorgane auf jeder Ebene, von der Bundeswahlleiterin über die Landes- und Kreiswahlleiter bis zum Wahlvorstand in jedem Wahlbezirk [2]. Den Ablauf vom Wahltermin bis zur ersten Sitzung beschreibt So läuft eine Bundestagswahl ab.

Die Landesparlamente werden nach der Übersicht von wahlrecht.de (Stand 11.08.2026) in 15 Ländern alle fünf Jahre gewählt, in Bremen alle vier Jahre [4]. Wahlrecht und Wahlsystem für das eigene Landesparlament regelt jedes Land selbst, im Rahmen der Vorgaben des Grundgesetzes (Artikel 28, 30 und 70) [1]. In Gemeinden und Kreisen dürfen nach Artikel 28 auch Staatsangehörige anderer EU-Mitgliedstaaten wählen und gewählt werden, nach Maßgabe des Rechts der Europäischen Union [1]. Bei der Europawahl sind Deutsche nach dem Europawahlgesetz wahlberechtigt, wenn sie am Wahltag 16 Jahre alt sind, seit mindestens drei Monaten in Deutschland oder in einem anderen EU-Staat eine Wohnung haben oder sich dort gewöhnlich aufhalten und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind [5].

Wahltermine 2026 und 2027

Die Übersicht von wahlrecht.de nennt diese Termine für Landtagswahlen [4]. Die Termine 2027 bestätigen die Bundeswahlleiterin und die Landesstellen [8, 9, 10, 11, 12]. Dazu kommt die Bundesversammlung, die am 30.01.2027 den Bundespräsidenten wählt [6].

Eine Reihe leerer Wahlkabinen mit hellgrauen Trennwänden in einer hellen Turnhalle am Morgen
Bild: KI-generiert
DatumWahl
08.03.2026Landtag Baden-Württemberg
22.03.2026Landtag Rheinland-Pfalz
06.09.2026Landtag Sachsen-Anhalt
20.09.2026Abgeordnetenhaus Berlin und Landtag Mecklenburg-Vorpommern
30.01.2027Bundesversammlung (Wahl des Bundespräsidenten)
18.04.2027Landtage Saarland und Schleswig-Holstein
25.04.2027Landtag Nordrhein-Westfalen
30.05.2027Bürgerschaft Bremen
26.09.2027Landtag Niedersachsen

Die reguläre nächste Bundestagswahl findet nach Artikel 39 frühestens 46 und spätestens 48 Monate nach Beginn der Wahlperiode statt [1]. Der 21. Bundestag ist am 25.03.2025 zusammengetreten [7]. Nach eigener Rechnung liegt der Wahltag damit zwischen dem 25.01.2029 und dem 25.03.2029, sofern der Bundestag nicht vorzeitig aufgelöst wird. Weil der Wahltag ein Sonntag oder gesetzlicher Feiertag sein muss [2], ist der 28.01.2029 der früheste Sonntag in diesem Zeitraum. Ergebnis und Sitzverteilung der Berliner Wahl stehen unter Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026, die Wahl in Sachsen-Anhalt behandelt politische-news.de unter Landtagswahl 2026.

Was dieser Bereich erklärt

Die Seiten gehen vom Grundsätzlichen ins Praktische. Am Anfang stehen das Wahlsystem, der Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme, die Fünf-Prozent-Hürde und die Wahlrechtsreform, mit der es keine Überhangmandate mehr gibt. Weitere Seiten klären, wer wählen darf, wie Kommunalwahlen mit Kumulieren und Panaschieren funktionieren, wie die Europawahl abläuft und wie sich die Wahlbeteiligung entwickelt hat. Wer am Wahltag nicht ins Wahllokal kann, findet die Schritte unter Briefwahl beantragen und richtig ausfüllen. Mit dem Sitzverteilungsrechner lässt sich nachrechnen, wie aus Stimmen Sitze werden. Wie das Wählen in der Geschichte entstanden ist, erzählt geschichte.domain-root.de unter Die Geschichte der Demokratie.

  1. Gesetz Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Bundesministerium der Justiz, Bundesamt für Justiz. Stand zuletzt geändert 22.03.2025. abgerufen am 29.10.2026
  2. Gesetz Bundeswahlgesetz. Bundesministerium der Justiz, Bundesamt für Justiz. Stand zuletzt geändert 03.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Bundestagswahl 2025: Endgültiges Ergebnis. Die Bundeswahlleiterin. Stand 14.03.2025. abgerufen am 29.10.2026
  4. Wahltermine. wahlrecht.de. Stand Stand 11.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz § 6 EuWG Wahlrecht. Bundesministerium der Justiz, Bundesamt für Justiz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beruft die 18. Bundesversammlung zum 30. Januar 2027 ein. Deutscher Bundestag. Stand 26.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Neu gewählter Bundestag tritt am 25. März zusammen. Deutscher Bundestag. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Künftige Wahltermine. Die Bundeswahlleiterin. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Behörde Kabinett setzt Landtagswahl 2027 auf den 25. April fest. Land Nordrhein-Westfalen. Stand 24.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Behörde Der Niedersächsische Landtag wird am 26. September 2027 neu gewählt. Niedersächsische Staatskanzlei. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Behörde Bremer Landtags- und Kommunalwahlen am 30. Mai 2027. Landeswahlleiter Bremen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  12. Behörde Innenministerium gibt Wahltermin bekannt. Schleswig-Holsteinischer Landtag. Stand 25.03.2026. abgerufen am 29.10.2026

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