Unabhängiges Informationsangebot. Dies ist keine offizielle Seite der Partei SPD und steht in keiner Verbindung zu ihr. Positionen geben wir ausschließlich nach den Programmen der Partei wieder; Quellen: siehe Quellenverzeichnis.

SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Die SPD ist die älteste Partei Deutschlands und aktuell Koalitionspartner in der Bundesregierung. Dieses Profil folgt unserem einheitlichen, neutralen Muster: Steckbrief, Geschichte, Positionen laut Programm, Organisation, Wahlergebnisse und Finanzierung – mit Quellen und Stand-Datum.

Definition: Die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) ist eine 1863 begründete Partei, die sich laut ihrem Hamburger Grundsatzprogramm 2007 als Partei der sozialen Demokratie mit den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität versteht. Sie ist im Bundestag, im Europäischen Parlament und in allen Landtagen vertreten.

Steckbrief

SPD im Überblick (Stand: Juli 2026)
Gründung1863 (Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein); Name SPD seit 1890
VorsitzLars Klingbeil und Bärbel Bas (Doppelspitze, seit Juni 2025); Generalsekretär: Tim Klüssendorf
Mitglieder348.451 (31.12.2025; Parteiangaben laut Presseberichten)
Bundestag120 von 630 Sitzen (Wahl 2025)
RegierungsbeteiligungKoalitionspartner in der Bundesregierung (mit CDU/CSU, seit Mai 2025); Regierungsbeteiligungen in mehreren Ländern
Europäisches Parlamentvertreten; Teil der S&D-Fraktion (Sozialdemokraten)
JugendorganisationJusos (Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten)
Selbstbeschreibunglaut Hamburger Programm 2007: Partei der sozialen Demokratie; Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität

Geschichte

Zeitleiste der SPD von 1863 bis heute Zeitstrahl mit sechs Stationen: 1863 Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, 1933 Verbot in der NS-Diktatur, 1959 Godesberger Programm, 1969 bis 1982 Kanzler Brandt und Schmidt, 1998 bis 2005 Kanzler Schröder, 2021 bis 2025 Kanzler Scholz und danach Koalitionspartner der Union. 1863 GründungADAV 1933 Verbot durchNS-Diktatur 1959 GodesbergerProgramm 1969–82 Kanzler Brandtund Schmidt 1998–05 KanzlerSchröder 2021–25 Kanzler Scholz,dann Koalition
Stationen der SPD-Geschichte von der Gründung 1863 bis heute.

Die SPD entstand 1863 mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein Ferdinand Lassalles und trägt seit 1890 ihren heutigen Namen; sie ist damit die älteste Partei Deutschlands. In der Weimarer Republik stellte sie mit Friedrich Ebert das erste Staatsoberhaupt; 1933 stimmte sie als einzige noch vertretene Partei gegen das Ermächtigungsgesetz und wurde von den Nationalsozialisten verboten. Mit dem Godesberger Programm 1959 öffnete sie sich zur Volkspartei. Willy Brandt (1969–1974), Helmut Schmidt (1974–1982), Gerhard Schröder (1998–2005) und Olaf Scholz (2021–2025) stellten sozialdemokratische Kanzler. Nach dem historisch schwächsten Ergebnis bei der Bundestagswahl 2025 regiert die SPD als Koalitionspartner der Union; im Juni 2025 wählte sie Lars Klingbeil und Bärbel Bas an die Parteispitze.

Positionen laut Programm

Grundlage sind das SPD-Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 und das Hamburger Grundsatzprogramm 2007. Alle Angaben geben die Programmaussagen wieder, nicht die Bewertung dieses Portals.

Wirtschaft & Steuern

Laut Wahlprogramm 2025 will die Partei die Einkommensteuer für die große Mehrheit der Steuerzahler senken und im Gegenzug sehr hohe Einkommen und Vermögen stärker besteuern. Mit einem staatlichen Investitionsfonds und einer Investitionsprämie („Made in Germany“) sollen Wirtschaft und Infrastruktur modernisiert werden; die Schuldenbremse will die Partei laut Programm für Investitionen reformieren.

Soziales & Rente

Das Programm fordert eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 15 Euro und die dauerhafte Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent; die Rente nach 45 Beitragsjahren soll erhalten bleiben. Die Mietpreisbremse will die Partei laut Programm entfristen und verschärfen.

Migration & Integration

Laut Programm setzt die Partei auf geordnete Migration: Umsetzung der europäischen Asylreform (GEAS), schnellere Verfahren und konsequente Rückführungen bei gleichzeitiger Erleichterung der Fachkräftezuwanderung und Einbürgerung; pauschale Zurückweisungen Asylsuchender an den Grenzen lehnt das Programm ab.

Klima & Energie

Am Ziel der Klimaneutralität 2045 hält das Programm fest; erneuerbare Energien und Netze sollen weiter ausgebaut, die Strompreise unter anderem über gedeckelte Netzentgelte gesenkt werden. Klimafreundliches Verhalten soll laut Programm gefördert statt über Verbote erzwungen werden, etwa durch Kaufanreize für E-Autos.

Außen & Sicherheit

Das Programm bekennt sich zu NATO und EU und zur fortgesetzten Unterstützung der Ukraine „mit Besonnenheit“; die Lieferung von Marschflugkörpern des Typs Taurus lehnte es ab. Die Bundeswehr soll gestärkt und der Wehrdienst zunächst auf freiwilliger Basis attraktiver werden.

Digitales & Bildung

Laut Programm sollen Verwaltung und Wirtschaft digitalisiert, digitale Souveränität gestärkt und der Digitalpakt für Schulen fortgesetzt werden. In der Bildung setzt das Programm auf Ganztagsausbau, das Startchancen-Programm für benachteiligte Schulen und gebührenfreie Bildung von der Kita an.

Europa

Die Partei bekennt sich laut Programm zu einer handlungsfähigen, sozialen EU: gemeinsame Investitionen, Stärkung der europäischen Verteidigungszusammenarbeit, Erweiterungsperspektive für die Westbalkanstaaten und die Ukraine. Die SPD ist Teil der europäischen Sozialdemokratie (SPE/S&D).

Organisation & Struktur

Die SPD gliedert sich in Landes- und Bezirksverbände, Unterbezirke und Ortsvereine. Oberstes Organ ist der Bundesparteitag; seit 2019 setzt die Partei auf eine Doppelspitze. Zu ihr gehören Arbeitsgemeinschaften wie die Jusos (Jugend), die ASF (Frauen) und die AfA (Arbeitnehmer). Traditionell bestehen enge, aber organisatorisch getrennte Beziehungen zu den Gewerkschaften. Programmatische Grundsatzfragen berät die Grundwertekommission beim Parteivorstand; der Partei nahe steht die Friedrich-Ebert-Stiftung, die älteste der parteinahen politischen Stiftungen. Historisch besonders ist zudem das Medienvermögen der Partei: Über die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) hält die SPD Beteiligungen an Zeitungsverlagen – ein Erbe der Arbeiterpressetradition, das im Rechenschaftsbericht ausgewiesen wird.

Wahlergebnisse

Zweitstimmenanteile der SPD bei Bundestagswahlen (Quelle: Bundeswahlleiterin)
JahrZweitstimmenErgebnis
201325,7 %Regierung (Große Koalition, Juniorpartner)
201720,5 %Regierung (Große Koalition, Juniorpartner)
202125,7 %Regierung (Ampel-Koalition, Kanzler Scholz)
202516,4 %Regierung (Union/SPD, Juniorpartner)

Finanzierung

Die SPD finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Mandatsträgerbeiträgen, Spenden und staatlicher Parteienfinanzierung; als eine der mitgliederstärksten Parteien gehört sie zu den größten Empfängern der jährlich von der Bundestagsverwaltung festgesetzten Mittel. Details stehen im gesetzlich vorgeschriebenen Rechenschaftsbericht (Bundestagsdrucksachen). Zur Partei gehört zudem ein eigenes Medien- und Beteiligungsvermögen (ddvg).

Aktuelle Rolle & behördliche Einordnung

Aktuelle Rolle: Die SPD ist seit Mai 2025 Koalitionspartner in der Bundesregierung und stellt unter anderem den Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil; in mehreren Ländern führt sie Landesregierungen oder ist an ihnen beteiligt (Stand: Juli 2026).

Behördliche Einordnung: Keine Einstufung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (Stand: Juli 2026).

Häufige Fragen

Was ist die SPD?

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist die älteste Partei Deutschlands (Wurzeln 1863). Laut ihrem Grundsatzprogramm versteht sie sich als Partei der sozialen Demokratie mit den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

Was will die SPD?

Laut Wahlprogramm 2025 unter anderem einen Mindestlohn von 15 Euro, ein dauerhaft stabiles Rentenniveau von 48 Prozent, Steuerentlastungen für die Mehrheit bei stärkerer Besteuerung sehr hoher Einkommen und Vermögen sowie einen staatlichen Investitionsschub. Details im Abschnitt Positionen.

Wer führt die SPD?

Eine Doppelspitze aus Lars Klingbeil und Bärbel Bas, gewählt auf dem Bundesparteitag im Juni 2025; Generalsekretär ist Tim Klüssendorf (Stand: Juli 2026).

Wie viele Mitglieder hat die SPD?

348.451 zum 31. Dezember 2025 (Parteiangaben laut Presseberichten) – nach 357.116 ein Jahr zuvor.

Wie schnitt die SPD bei der Bundestagswahl 2025 ab?

Sie erhielt 16,4 Prozent der Zweitstimmen und 120 Sitze – ihr bislang schwächstes Ergebnis bei Bundestagswahlen – und regiert seither als Koalitionspartner der Union.

Ist die SPD die älteste Partei Deutschlands?

Ja. Ihre Wurzeln reichen bis zum Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein von 1863 zurück; den Namen SPD trägt sie seit 1890.

Welche Kanzler stellte die SPD?

Willy Brandt (1969–1974), Helmut Schmidt (1974–1982), Gerhard Schröder (1998–2005) und Olaf Scholz (2021–2025).

Wird die SPD vom Verfassungsschutz beobachtet?

Nein. Es liegt keine Einstufung der SPD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz vor (Stand: Juli 2026).

Quellen