Unabhängiges Informationsangebot. Dies ist keine offizielle Seite der Partei Die Linke und steht in keiner Verbindung zu ihr. Positionen geben wir ausschließlich nach den Programmen der Partei wieder; Einordnungen Dritter sind als solche gekennzeichnet. Quellen: siehe Quellenverzeichnis.

Die Linke

Die Linke erlebte in den vergangenen Jahren beides: die Abspaltung des BSW und ein Rekord-Comeback bei Mitgliedern und Wählern. Seit 2025 ist sie mit 64 Sitzen im Bundestag vertreten. Dieses Profil folgt unserem einheitlichen, neutralen Muster.

Definition: Die Linke ist eine 2007 aus der Linkspartei.PDS und der WASG entstandene Partei, die sich laut ihrem Erfurter Grundsatzprogramm 2011 als demokratisch-sozialistische Partei versteht. Sie ist im Bundestag, im Europäischen Parlament und in mehreren Landtagen vertreten.

Steckbrief

Die Linke im Überblick (Stand: Juli 2026)
Gründung16. Juni 2007 (Fusion von Linkspartei.PDS und WASG)
VorsitzInes Schwerdtner und Jan van Aken (Doppelspitze, seit Oktober 2024)
Mitglieder123.126 (31.12.2025; Parteiangaben) – Verdopplung binnen zwei Jahren
Bundestag64 von 630 Sitzen (Wahl 2025); Opposition
RegierungsbeteiligungBund: keine; Länder: Mecklenburg-Vorpommern (rot-rot) und Bremen (rot-grün-rot)
Europäisches Parlamentvertreten (3 Abgeordnete); Fraktion Die Linke im EP
JugendorganisationLinksjugend ['solid]
Selbstbeschreibunglaut Erfurter Programm 2011: demokratisch-sozialistische Partei; Programmerneuerung bis Ende 2027 angekündigt

Geschichte

Zeitleiste der Partei Die Linke von 1990 bis heute Zeitstrahl mit sechs Stationen: 1989/90 Umwandlung der SED in die PDS, 2005 gemeinsames Wahlbündnis von Linkspartei.PDS und WASG, 2007 Gründung der Partei Die Linke, 2021 Einzug in den Bundestag über die Grundmandatsklausel, 2024 Abspaltung des BSW und neue Doppelspitze, 2025 Comeback mit 8,8 Prozent. 1989/90 SED wirdzur PDS 2005 Bündnis PDSund WASG 2007 GründungDie Linke 2021 Einzug überGrundmandate 2024 BSW-Abspaltung,neue Doppelspitze 2025 Comebackmit 8,8 %
Stationen der Parteigeschichte von der PDS bis zum Comeback 2025.

Die Wurzeln der Partei reichen in die Wendezeit: 1989/90 wandelte sich die DDR-Staatspartei SED zur PDS, die sich 2005 in Linkspartei.PDS umbenannte und mit der westdeutschen WASG (einer Abspaltung aus SPD- und Gewerkschaftskreisen) ein Wahlbündnis einging. Am 16. Juni 2007 fusionierten beide zur Partei Die Linke. 2021 verfehlte sie mit 4,9 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde und zog nur dank dreier Direktmandate über die Grundmandatsklausel in den Bundestag ein. Anfang 2024 spaltete sich das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ab; im Oktober 2024 wählte die Partei Ines Schwerdtner und Jan van Aken an die Spitze. Es folgte ein bemerkenswertes Comeback: Verdopplung der Mitgliederzahl binnen zwei Jahren und 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025.

Positionen laut Programm

Grundlage sind das Wahlprogramm der Linken zur Bundestagswahl 2025 und das Erfurter Grundsatzprogramm 2011 (eine Erneuerung ist bis Ende 2027 angekündigt). Alle Angaben geben die Programmaussagen wieder, nicht die Bewertung dieses Portals.

Wirtschaft & Steuern

Laut Wahlprogramm 2025 will die Partei die öffentlichen Investitionen deutlich erhöhen, eine Vermögensteuer wieder einführen und Milliardäre sowie Übergewinne stärker besteuern; kleine und mittlere Einkommen sollen entlastet, Preise für Grundnahrungsmittel und Energie staatlich beaufsichtigt bzw. gedeckelt werden.

Soziales & Rente

Das Programm fordert einen Mindestlohn von 15 Euro, einen bundesweiten Mietendeckel und die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne, ein höheres Rentenniveau mit einer solidarischen Mindestrente sowie eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, in die alle einzahlen.

Migration & Integration

Laut Programm steht die Partei für eine solidarische und humane Asyl- und Migrationspolitik: sichere Fluchtwege, Bleiberechtsregelungen, erleichterte Einbürgerung und den Vorrang von Integration – Abschottung und Auslagerung von Asylverfahren lehnt das Programm ab.

Klima & Energie

Das Programm verbindet Klimaschutz mit sozialer Frage: massiver Ausbau von Bus und Bahn mit günstigen Tickets, sozial gestaffelter Ausgleich für Klimakosten, Ausbau der Erneuerbaren – und die Überführung der Energiekonzerne und Netze in öffentliche Hand.

Außen & Sicherheit

Laut Programm lehnt die Partei Aufrüstung, Waffenexporte und Waffenlieferungen in Kriegsgebiete ab und setzt im Ukraine-Krieg auf diplomatische Initiativen und Verhandlungen. Das Erfurter Grundsatzprogramm fordert perspektivisch, die NATO durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Einbeziehung Russlands zu ersetzen.

Digitales & Bildung

Das Programm fordert gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule, mehr Personal in Schulen und eine digitale Infrastruktur in öffentlicher Verantwortung statt in der Hand großer Konzerne.

Europa

Die EU will die Partei laut Programm grundlegend sozial, ökologisch und demokratisch umbauen – weg von Austeritätsregeln, hin zu gemeinsamen Investitionen und stärkeren sozialen Rechten. Sie ist Mitglied der Europäischen Linken.

Organisation & Struktur

Die Partei gliedert sich in 16 Landesverbände mit Kreis- und Ortsverbänden; oberstes Organ ist der Parteitag, satzungsgemäß gilt eine quotierte Doppelspitze. Innerhalb der Partei bestehen anerkannte Zusammenschlüsse und Strömungen von reformorientiert bis marxistisch. Die Jugendorganisation ist die Linksjugend ['solid]; der Partei nahe steht die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Wahlergebnisse

Zweitstimmenanteile der Linken bei Bundestagswahlen (Quelle: Bundeswahlleiterin)
JahrZweitstimmenErgebnis
20138,6 %Opposition (drittstärkste Kraft)
20179,2 %Opposition
20214,9 %Opposition (Einzug über Grundmandatsklausel)
20258,8 %Opposition

Ihr bislang bestes Bundestagsergebnis erzielte die Partei 2009 mit 11,9 Prozent; ihre höchsten Landesergebnisse erreicht sie traditionell in den ostdeutschen Ländern, wo sie zeitweise Ministerpräsident Bodo Ramelow in Thüringen stellte (2014–2024; Quelle: Bundeswahlleiterin, Landeswahlleiter).

Finanzierung

Die Partei finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Mandatsträgerbeiträgen, Spenden und staatlicher Parteienfinanzierung, deren Höhe die Bundestagsverwaltung jährlich festsetzt; durch Mitgliederwachstum und Wahlergebnis 2025 stiegen ihre Ansprüche deutlich. Details stehen im gesetzlich vorgeschriebenen Rechenschaftsbericht (Bundestagsdrucksachen).

Aktuelle Rolle & behördliche Einordnung

Aktuelle Rolle: Die Linke ist im Bundestag in der Opposition (64 Sitze) und in Mecklenburg-Vorpommern sowie Bremen an Landesregierungen beteiligt; in mehreren westdeutschen Flächenländern ist sie nicht im Landtag vertreten (Stand: Juli 2026).

Behördliche Einordnung: Die Partei als Ganze wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz nicht beobachtet. In den Verfassungsschutzberichten der vergangenen Jahre werden jedoch einzelne offen extremistische Zusammenschlüsse innerhalb der Partei – etwa die Kommunistische Plattform – als linksextremistisch aufgeführt (Quelle: BfV-Verfassungsschutzberichte; Stand: Juli 2026).

Häufige Fragen

Was ist Die Linke?

Eine 2007 aus der Linkspartei.PDS und der WASG entstandene Partei. Laut ihrem Erfurter Grundsatzprogramm versteht sie sich als demokratisch-sozialistische Partei.

Was will Die Linke?

Laut Wahlprogramm 2025 unter anderem einen Mindestlohn von 15 Euro, einen bundesweiten Mietendeckel, eine Vermögensteuer und stärkere Besteuerung von Milliardären, Preisaufsicht bei Grundnahrungsmitteln sowie ein Ende von Waffenexporten. Details im Abschnitt Positionen.

Wer führt Die Linke?

Eine Doppelspitze aus Ines Schwerdtner und Jan van Aken, gewählt im Oktober 2024 (Stand: Juli 2026).

Wie viele Mitglieder hat Die Linke?

123.126 zum 31. Dezember 2025 (Parteiangaben) – mehr als eine Verdopplung binnen zwei Jahren und der stärkste Mitgliederzuwachs aller Bundestagsparteien.

Wie schnitt Die Linke bei der Bundestagswahl 2025 ab?

Sie erhielt 8,8 Prozent der Zweitstimmen und 64 Sitze – nach 4,9 Prozent 2021, als sie nur über die Grundmandatsklausel in den Bundestag eingezogen war.

Was hat es mit der BSW-Abspaltung auf sich?

Anfang 2024 verließen die frühere Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht und weitere Abgeordnete die Partei und gründeten das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das 2025 den Einzug in den Bundestag knapp verpasste.

Ist Die Linke die Nachfolgepartei der SED?

Die Traditionslinie besteht über die PDS: Diese ging 1989/90 aus der SED hervor, wurde 2005 zur Linkspartei.PDS und fusionierte 2007 mit der WASG zur Partei Die Linke. Die heutige Partei bekennt sich laut Programm zu demokratischem Sozialismus und arbeitet ihre Vorgeschichte nach eigenen Angaben kritisch auf.

Wird Die Linke vom Verfassungsschutz beobachtet?

Die Partei als Ganze wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz nicht beobachtet. In den Verfassungsschutzberichten der vergangenen Jahre werden allerdings einzelne offen extremistische Zusammenschlüsse innerhalb der Partei, etwa die Kommunistische Plattform, als linksextremistisch aufgeführt (Stand: Juli 2026).

Quellen