Unabhängiges Informationsangebot. Dies ist keine offizielle Seite der Partei Bündnis 90/Die Grünen und steht in keiner Verbindung zu ihr. Positionen geben wir ausschließlich nach den Programmen der Partei wieder; Quellen: siehe Quellenverzeichnis.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen entstanden aus den Öko-, Friedens- und Bürgerrechtsbewegungen und sind heute eine der prägenden Kräfte des deutschen Parteiensystems – aktuell in der Opposition im Bund, aber an mehreren Landesregierungen beteiligt. Dieses Profil folgt unserem einheitlichen, neutralen Muster.

Definition: Bündnis 90/Die Grünen ist eine 1980 gegründete Partei, die 1993 mit dem ostdeutschen Bürgerrechtsbündnis Bündnis 90 fusionierte. Laut ihrem Grundsatzprogramm 2020 versteht sie sich als Bündnispartei mit den Grundwerten Ökologie, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Demokratie.

Steckbrief

Bündnis 90/Die Grünen im Überblick (Stand: Juli 2026)
Gründung1980 (Die Grünen); 1993 Vereinigung mit Bündnis 90
VorsitzFranziska Brantner und Felix Banaszak (Doppelspitze, seit November 2024)
Mitglieder183.761 (Ende 2025; Niedermayer-Erhebung/Parteiangaben) – Höchststand
Bundestag85 von 630 Sitzen (Wahl 2025); Opposition
RegierungsbeteiligungBund: keine; Länder: u. a. Ministerpräsident in Baden-Württemberg (Cem Özdemir, seit Mai 2026), Beteiligungen u. a. in NRW, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen
Europäisches Parlamentvertreten; Teil der Fraktion Grüne/EFA
JugendorganisationGrüne Jugend (rund 18.900 Mitglieder, Stand 07/2025)
Selbstbeschreibunglaut Grundsatzprogramm 2020: Bündnispartei; Grundwerte Ökologie, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Demokratie

Geschichte

Zeitleiste von Bündnis 90/Die Grünen von 1980 bis heute Zeitstrahl mit sechs Stationen: 1980 Gründung der Grünen, 1983 erstmaliger Einzug in den Bundestag, 1993 Vereinigung mit Bündnis 90, 1998 bis 2005 rot-grüne Bundesregierung, 2021 bis 2025 Ampel-Koalition mit Vizekanzler Habeck, seit 2025 Opposition im Bund. 1980 GründungDie Grünen 1983 Einzug in denBundestag 1993 Vereinigung mitBündnis 90 1998–05 rot-grüneBundesregierung 2021–25 Ampel-Koalition,Vizekanzler Habeck 2025 Oppositionim Bund
Stationen der Grünen-Geschichte von der Gründung 1980 bis heute.

Die Grünen wurden 1980 als Bundespartei gegründet – hervorgegangen aus Umwelt-, Anti-Atomkraft- und Friedensbewegungen – und zogen 1983 erstmals in den Bundestag ein. 1993 vereinigten sie sich mit dem Bündnis 90, dem Zusammenschluss ostdeutscher Bürgerrechtsbewegungen der friedlichen Revolution. Von 1998 bis 2005 regierten sie erstmals im Bund (rot-grün, Außenminister Joschka Fischer), von 2021 bis 2025 in der Ampel-Koalition mit Vizekanzler Robert Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock. Bei der Bundestagswahl 2025 trat Habeck als Kanzlerkandidat an; seit dem Ergebnis von 11,6 Prozent ist die Partei im Bund in der Opposition. Im November 2024 wählte sie Franziska Brantner und Felix Banaszak an die Spitze.

Positionen laut Programm

Grundlage sind das Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen zur Bundestagswahl 2025 und das Grundsatzprogramm 2020. Alle Angaben geben die Programmaussagen wieder, nicht die Bewertung dieses Portals.

Wirtschaft & Steuern

Laut Wahlprogramm 2025 will die Partei mit einem Deutschlandfonds und einer reformierten Schuldenbremse massiv in Infrastruktur und Klimaschutz investieren, Unternehmen über Investitionsprämien entlasten und kleine und mittlere Einkommen steuerlich besserstellen; sehr große Vermögen und Milliardäre sollen laut Programm stärker besteuert werden, unter anderem über eine globale Mindeststeuer.

Soziales & Rente

Das Programm fordert einen Mindestlohn von 15 Euro, eine Weiterentwicklung von Bürgergeld und Kindergrundsicherung sowie ein stabiles Rentenniveau, ergänzt um einen kapitalgedeckten Bürgerfonds als zusätzliche Säule der Altersvorsorge.

Migration & Integration

Laut Programm verteidigt die Partei das Grundrecht auf Asyl und will die europäische Asylreform rechtsstaatlich und human umsetzen; sie setzt auf erleichterte Fachkräftezuwanderung, schnellere Einbürgerung und Integration sowie konsequente Rückführung von Straftätern und Gefährdern.

Klima & Energie

Klimaschutz ist laut Programm Kernanliegen: Festhalten an der Klimaneutralität, beschleunigter Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Speichern, günstigerer Industriestrom, Förderung der E-Mobilität – und die Auszahlung eines Klimagelds als sozialer Ausgleich für die CO2-Bepreisung.

Außen & Sicherheit

Das Programm bekennt sich zu NATO und EU und zu einer starken, fortgesetzten Unterstützung der Ukraine – einschließlich der Offenheit für weitreichende Waffensysteme. Die Bundeswehr soll verlässlich finanziert, die europäische Verteidigung ausgebaut werden; statt einer Pflicht setzt das Programm auf attraktive Freiwilligendienste.

Digitales & Bildung

Laut Programm sollen Verwaltung und Wirtschaft digitalisiert und Europas digitale Souveränität gestärkt werden. In der Bildung setzt das Programm auf das Startchancen-Programm, eine BAföG-Reform und den Ausbau von Ganztag und frühkindlicher Bildung.

Europa

Die Partei will die EU laut Programm vertiefen: gemeinsame Investitionen, konsequenter Rechtsstaatsmechanismus, handlungsfähigere Entscheidungsstrukturen und eine Beitrittsperspektive für die Ukraine und den Westbalkan. Sie ist Teil der Europäischen Grünen Partei (Fraktion Grüne/EFA).

Organisation & Struktur

Die Partei gliedert sich in 16 Landesverbände mit Kreis- und Ortsverbänden; oberstes Organ ist die Bundesdelegiertenkonferenz. Satzungsgemäß gilt eine Doppelspitze mit Frauenquote, und das Frauenstatut sichert mindestens die Hälfte der Listenplätze für Frauen. Die Grüne Jugend ist als Teilorganisation mit eigenen Rechten verankert; der Partei nahe steht die Heinrich-Böll-Stiftung.

Wahlergebnisse

Zweitstimmenanteile von Bündnis 90/Die Grünen bei Bundestagswahlen (Quelle: Bundeswahlleiterin)
JahrZweitstimmenErgebnis
20138,4 %Opposition
20178,9 %Opposition
202114,8 %Regierung (Ampel-Koalition) – bestes Ergebnis
202511,6 %Opposition

Bei der Europawahl 2019 erreichte die Partei mit 20,5 Prozent ihr bislang bestes bundesweites Ergebnis; ihr stärkstes Landesergebnis erzielt sie regelmäßig in Baden-Württemberg, wo sie seit 2011 durchgehend den Ministerpräsidenten stellt (Quelle: Bundeswahlleiterin, Landeswahlleiter).

Finanzierung

Die Partei finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Mandatsträgerbeiträgen, Spenden und staatlicher Parteienfinanzierung, deren Höhe die Bundestagsverwaltung jährlich festsetzt; durch das starke Mitgliederwachstum stiegen zuletzt auch die beitragsabhängigen Ansprüche. Details stehen im gesetzlich vorgeschriebenen Rechenschaftsbericht (Bundestagsdrucksachen).

Aktuelle Rolle & behördliche Einordnung

Aktuelle Rolle: Im Bund ist die Partei seit 2025 in der Opposition (viertgrößte Fraktion). In den Ländern regiert sie vielfach mit – seit Mai 2026 stellt sie mit Cem Özdemir den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und ist u. a. in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen an Regierungen beteiligt (Stand: Juli 2026).

Behördliche Einordnung: Keine Einstufung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (Stand: Juli 2026).

Häufige Fragen

Was ist Bündnis 90/Die Grünen?

Eine 1980 gegründete Partei, die 1993 mit dem ostdeutschen Bündnis 90 fusionierte. Laut ihrem Grundsatzprogramm versteht sie sich als Bündnispartei mit den Grundwerten Ökologie, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Demokratie.

Was wollen die Grünen?

Laut Wahlprogramm 2025 unter anderem massive Investitionen über einen Deutschlandfonds und eine reformierte Schuldenbremse, ein Klimageld als sozialen Ausgleich zur CO2-Bepreisung, einen Mindestlohn von 15 Euro und den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Details im Abschnitt Positionen.

Wer führt die Grünen?

Eine Doppelspitze aus Franziska Brantner und Felix Banaszak, gewählt im November 2024 (Stand: Juli 2026). Die Bundestagsfraktion führen Katharina Dröge und Britta Haßelmann.

Wie viele Mitglieder haben die Grünen?

183.761 zum Jahresende 2025 (Niedermayer-Erhebung auf Basis von Parteiangaben) – ein historischer Höchststand nach starkem Zuwachs seit dem Ende der Ampel-Koalition.

Wie schnitten die Grünen bei der Bundestagswahl 2025 ab?

Sie erhielten 11,6 Prozent der Zweitstimmen und 85 Sitze – nach 14,8 Prozent 2021, dem besten Ergebnis ihrer Geschichte – und sind seither in der Opposition.

Wo regieren die Grünen mit?

Im Bund nicht mehr, aber in mehreren Ländern: Seit Mai 2026 stellen sie mit Cem Özdemir den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg; daneben sind sie u. a. in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen an Landesregierungen beteiligt (Stand: Juli 2026).

Wofür steht „Bündnis 90“ im Parteinamen?

Für das Bündnis 90, einen Zusammenschluss ostdeutscher Bürgerrechtsbewegungen aus der friedlichen Revolution von 1989/90, der sich 1993 mit den westdeutschen Grünen vereinigte.

Werden die Grünen vom Verfassungsschutz beobachtet?

Nein. Es liegt keine Einstufung von Bündnis 90/Die Grünen durch das Bundesamt für Verfassungsschutz vor (Stand: Juli 2026).

Quellen