Unabhängiges Informationsangebot. Dies ist keine offizielle Seite der Partei CSU und steht in keiner Verbindung zu ihr. Positionen geben wir ausschließlich nach den Programmen der Partei wieder; Quellen: siehe Quellenverzeichnis.

CSU – Christlich-Soziale Union in Bayern

Die CSU ist eine Besonderheit des deutschen Parteiensystems: Sie tritt nur in Bayern an – und ist über die gemeinsame Bundestagsfraktion mit der CDU zugleich eine bundespolitische Kraft. Dieses Profil folgt unserem einheitlichen, neutralen Muster: Steckbrief, Geschichte, Positionen laut Programm, Organisation, Wahlergebnisse und Finanzierung.

Definition: Die CSU (Christlich-Soziale Union in Bayern) ist eine 1945/46 gegründete Partei, die ausschließlich in Bayern kandidiert und sich laut Grundsatzprogramm als konservative, liberale und christlich-soziale Volkspartei versteht. Sie regiert Bayern und ist über die Unionsfraktion an der Bundesregierung beteiligt.

Steckbrief

CSU im Überblick (Stand: Juli 2026)
Gründung1945/46 (Gründungsphase ab Oktober 1945)
VorsitzMarkus Söder (seit Januar 2019); Generalsekretär: Martin Huber
Mitgliederrund 132.000 (Ende 2025, Parteiangaben laut Niedermayer-Erhebung)
Bundestag44 von 630 Sitzen (Wahl 2025); gemeinsame Fraktion mit der CDU
Regierungsbeteiligungan der Bundesregierung beteiligt (Union/SPD, seit Mai 2025); regiert Bayern in Koalition mit den Freien Wählern
Europäisches Parlamentvertreten; Teil der EVP-Fraktion
JugendorganisationJunge Union Bayern (gemeinsame Dachorganisation mit der CDU)
Selbstbeschreibunglaut Grundsatzprogramm 2016: konservativ, liberal und christlich-sozial

Geschichte

Zeitleiste der CSU von 1945 bis heute Zeitstrahl mit sechs Stationen: 1945/46 Gründung, 1957 Beginn der fast durchgehenden Regierungsführung in Bayern, 1961 bis 1988 Ära Franz Josef Strauß, 2002 Kanzlerkandidatur Edmund Stoiber, 2019 Markus Söder wird Vorsitzender, 2025 Rückkehr in die Bundesregierung. 1945/46 Gründung 1957 Regierungsführungin Bayern 1961–88 Ära FranzJosef Strauß 2002 KanzlerkandidatStoiber 2019 Söder wirdVorsitzender 2025 Bundes-regierung
Stationen der CSU-Geschichte von der Gründung bis zur Regierungsbeteiligung 2025.

Die CSU entstand 1945/46 als eigenständige christlich-soziale Sammlungspartei in Bayern. Seit 1957 führt sie – mit einer Unterbrechung in den 1950er Jahren zuvor – nahezu durchgehend die Bayerische Staatsregierung, über Jahrzehnte meist mit absoluter Mehrheit. Prägende Figur war Franz Josef Strauß (Vorsitzender 1961–1988, Kanzlerkandidat 1980); 2002 trat Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat der Union an. Seit 2018 regiert die CSU in Bayern in Koalition mit den Freien Wählern; seit Januar 2019 ist Ministerpräsident Markus Söder auch Parteivorsitzender. Das Verhältnis zur CDU war dabei nicht immer spannungsfrei: 1976 kündigte die CSU mit dem Kreuther Trennungsbeschluss kurzzeitig die Fraktionsgemeinschaft auf, nahm den Beschluss aber nach wenigen Wochen zurück – seither gilt die Arbeitsteilung der beiden Unionsparteien als fester Bestandteil des deutschen Parteiensystems. Nach vier Jahren Opposition im Bund ist die CSU seit Mai 2025 wieder an der Bundesregierung beteiligt.

Positionen laut Programm

Grundlage sind das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU zur Bundestagswahl 2025 sowie eigene CSU-Beschlüsse und das CSU-Grundsatzprogramm 2016. Alle Angaben geben die Programmaussagen wieder, nicht die Bewertung dieses Portals.

Wirtschaft & Steuern

Wie die CDU will die CSU laut gemeinsamem Wahlprogramm 2025 Einkommen- und Unternehmenssteuern senken, den Solidaritätszuschlag abschaffen und Bürokratie abbauen. Eigene Akzente setzt sie laut ihren Beschlüssen bei der Erhöhung der Pendlerpauschale und der Entlastung von Landwirtschaft und ländlichem Raum.

Soziales & Rente

Ein Kernanliegen der CSU ist laut Programm die Ausweitung der Mütterrente auf drei Rentenpunkte für alle Kinder – sie wurde im Koalitionsvertrag 2025 vereinbart. Das Bürgergeld will die Union laut Wahlprogramm durch eine „Neue Grundsicherung“ mit stärkeren Mitwirkungspflichten ersetzen.

Migration & Integration

Laut Wahlprogramm fordert die Partei eine strikte Begrenzung der irregulären Migration, Zurückweisungen an den Grenzen, konsequente Rückführungen und eine Reform des europäischen Asylsystems; zugleich spricht sich das Programm für gesteuerte Fachkräftezuwanderung aus.

Klima & Energie

Das gemeinsame Programm hält am Klimaziel 2045 fest und setzt auf Technologieoffenheit: CO2-Bepreisung, Ausbau der Erneuerbaren – die CSU betont dabei Wasserkraft und Bioenergie in Bayern –, Forschung an Kernfusion und die Prüfung einer Kernkraft-Option; das Gebäudeenergiegesetz der Vorgängerregierung soll laut Programm abgeschafft werden.

Außen & Sicherheit

Das Programm bekennt sich zu NATO und transatlantischer Partnerschaft, zur Unterstützung der Ukraine und zu einer deutlich gestärkten Bundeswehr einschließlich einer schrittweisen Rückkehr zu verpflichtenden Elementen des Wehrdienstes; die CSU fordert in eigenen Beschlüssen zudem einen konsequenten Kurs der inneren Sicherheit.

Digitales & Bildung

Laut Programm sollen Staat und Verwaltung digitalisiert und Hightech-Forschung gefördert werden – die CSU verweist dabei auf ihre bayerische Hightech-Agenda. In der Bildung betont sie Leistungsprinzip und das differenzierte Schulsystem; Bildung bleibt Ländersache.

Europa

Die Partei bekennt sich laut Programm zu einem starken Europa, verlangt aber konsequente Subsidiarität: Die EU solle sich auf große Aufgaben wie Wettbewerbsfähigkeit und Außengrenzschutz konzentrieren und weniger in regionale Angelegenheiten hineinregieren. Die CSU ist Teil der Europäischen Volkspartei (EVP).

Organisation & Struktur

Die CSU ist ausschließlich in Bayern organisiert – in Bezirks-, Kreis- und Ortsverbänden. Oberstes Organ ist der Parteitag; zwischen den Parteitagen führen Vorstand und Präsidium die Partei. Zur CSU gehören Arbeitsgemeinschaften wie die Junge Union Bayern, die Frauen-Union, die Mittelstands-Union und die Christlich-Soziale Arbeitnehmerschaft. Das Verhältnis zur CDU regelt eine ständige Fraktionsgemeinschaft im Bundestag; bei Bundestagswahlen zählt die CSU als eigenständige Partei mit eigener Landesliste in Bayern. Der Partei nahe steht die Hanns-Seidel-Stiftung mit Sitz in München.

Wahlergebnisse

Zweitstimmenanteile der CSU bei Bundestagswahlen (bundesweit; Quelle: Bundeswahlleiterin)
JahrZweitstimmenErgebnis
20137,4 %Regierung (Große Koalition mit SPD)
20176,2 %Regierung (Große Koalition mit SPD)
20215,2 %Opposition
20256,0 %Regierung (Union/SPD)

In Bayern erreichte die CSU bei der Landtagswahl 2023 37,0 Prozent und führt die Staatsregierung in Koalition mit den Freien Wählern fort (Quelle: Landeswahlleiter Bayern).

Finanzierung

Die CSU finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Mandatsträgerbeiträgen, Spenden und staatlicher Parteienfinanzierung, deren Höhe die Bundestagsverwaltung jährlich festsetzt. Die Einzelheiten weist die Partei im gesetzlich vorgeschriebenen Rechenschaftsbericht aus (Bundestagsdrucksachen).

Aktuelle Rolle & behördliche Einordnung

Aktuelle Rolle: Die CSU ist seit Mai 2025 über die Unionsfraktion an der Bundesregierung beteiligt und stellt mehrere Bundesminister; in Bayern führt sie die Staatsregierung. Parteivorsitzender Markus Söder ist Bayerischer Ministerpräsident (Stand: Juli 2026).

Behördliche Einordnung: Keine Einstufung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (Stand: Juli 2026).

Häufige Fragen

Was ist die CSU?

Die Christlich-Soziale Union in Bayern ist eine 1945/46 gegründete Partei, die ausschließlich in Bayern antritt. Laut Grundsatzprogramm versteht sie sich als konservative, liberale und christlich-soziale Volkspartei.

Was will die CSU?

Laut dem gemeinsamen Wahlprogramm mit der CDU 2025 unter anderem Steuern senken, irreguläre Migration begrenzen und die Bundeswehr stärken; eigene Akzente setzt sie etwa bei der Ausweitung der Mütterrente, der Pendlerpauschale und den Interessen des ländlichen Raums.

Wer ist Vorsitzender der CSU?

Markus Söder, seit Januar 2019. Er ist zugleich Bayerischer Ministerpräsident; Generalsekretär ist Martin Huber (Stand: Juli 2026).

Warum tritt die CSU nur in Bayern an?

CDU und CSU haben sich die Wahlgebiete aufgeteilt: Die CSU kandidiert nur in Bayern, die CDU in den übrigen 15 Ländern. Im Bundestag bilden beide eine gemeinsame Fraktion (Union).

Wie schnitt die CSU bei der Bundestagswahl 2025 ab?

Sie erhielt 6,0 Prozent der bundesweiten Zweitstimmen und 44 Sitze; zusammen mit der CDU wurde die Union stärkste Kraft und stellt seit Mai 2025 die Bundesregierung.

Wofür steht die Abkürzung CSU?

Für Christlich-Soziale Union in Bayern.

Wie viele Mitglieder hat die CSU?

Rund 132.000 (Ende 2025, Parteiangaben laut Niedermayer-Erhebung) – als eine von wenigen großen Parteien mit leichtem Zuwachs.

Wird die CSU vom Verfassungsschutz beobachtet?

Nein. Es liegt keine Einstufung der CSU durch das Bundesamt für Verfassungsschutz vor (Stand: Juli 2026).

Quellen