Unabhängiges Informationsangebot. Dies ist keine offizielle Seite der Partei AfD und steht in keiner Verbindung zu ihr. Positionen geben wir ausschließlich nach den Programmen der Partei wieder; Einordnungen Dritter sind als solche gekennzeichnet. Quellen: siehe Quellenverzeichnis.

AfD – Alternative für Deutschland

Die AfD ist seit der Bundestagswahl 2025 die zweitstärkste Kraft im Bundestag und führt die Opposition an. Dieses Profil folgt unserem einheitlichen, neutralen Muster: Steckbrief, Geschichte, Positionen laut Programm, Organisation, Wahlergebnisse, Finanzierung – und die behördliche Einordnung mit Quellen und Stand.

Definition: Die AfD (Alternative für Deutschland) ist eine 2013 gegründete Partei, die laut ihrem Grundsatzprogramm 2016 für direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild und einen souveränen Nationalstaat eintritt. Sie ist im Bundestag, im Europäischen Parlament und in allen Landtagen vertreten.

Steckbrief

AfD im Überblick (Stand: Juli 2026)
Gründung6. Februar 2013
VorsitzAlice Weidel und Tino Chrupalla (Doppelspitze, seit 2022)
Mitglieder73.108 (Februar 2026, Parteiangaben laut Niedermayer-Erhebung) – starkes Wachstum seit 2024
Bundestag152 von 630 Sitzen (Wahl 2025); größte Oppositionsfraktion
Regierungsbeteiligungkeine (Bund und Länder)
Europäisches Parlamentvertreten; Teil der Fraktion „Europa der Souveränen Nationen“ (ESN)
JugendorganisationGeneration Deutschland (seit Anfang 2026; Vorgängerin Junge Alternative 2025 aufgelöst)
Selbstbeschreibunglaut Grundsatzprogramm 2016: Partei der direkten Demokratie und des souveränen Nationalstaats

Geschichte

Zeitleiste der AfD von 2013 bis heute Zeitstrahl mit sechs Stationen: 2013 Gründung als euro-kritische Partei, 2015 Führungswechsel und Austritt des Gründers Bernd Lucke, 2017 erstmaliger Einzug in den Bundestag, 2021 Verdachtsfall-Einstufung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz bekannt, 2022 Doppelspitze Weidel und Chrupalla, 2025 zweitstärkste Kraft im Bundestag. 2013 Gründung,Euro-Kritik 2015 Führungswechsel,Lucke-Austritt 2017 Einzug in denBundestag 2021 Verdachtsfall-Einstufung (BfV) 2022 DoppelspitzeWeidel/Chrupalla 2025 zweitstärksteKraft (20,8 %)
Stationen der AfD-Geschichte von der Gründung 2013 bis zur Bundestagswahl 2025.

Die AfD wurde am 6. Februar 2013 als euro-kritische Partei um den Ökonomen Bernd Lucke gegründet. 2015 verlor Lucke die Vorstandswahl gegen Frauke Petry und verließ die Partei; in den Folgejahren verschob sich der inhaltliche Schwerpunkt auf Migrations- und Identitätspolitik. 2017 zog die AfD erstmals in den Bundestag ein (12,6 Prozent). 2021 wurde die Einstufung als Verdachtsfall durch das Bundesamt für Verfassungsschutz bekannt (Details unter „Behördliche Einordnung“). Seit 2022 führen Alice Weidel und Tino Chrupalla die Partei; bei der Bundestagswahl 2025 trat Weidel als Kanzlerkandidatin an, die AfD wurde mit 20,8 Prozent zweitstärkste Kraft. Alle anderen Bundestagsparteien schließen eine Koalition mit ihr derzeit aus.

Positionen laut Programm

Grundlage sind das AfD-Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 und das Grundsatzprogramm 2016. Alle Angaben geben die Programmaussagen wieder, nicht die Bewertung dieses Portals; behördliche und gerichtliche Einordnungen stehen im Abschnitt „Behördliche Einordnung“.

Wirtschaft & Steuern

Laut Wahlprogramm 2025 will die Partei Steuern und Abgaben deutlich senken, die Erbschaftsteuer abschaffen, die CO2-Bepreisung beenden und Bürokratie abbauen. Den Euro sieht das Programm kritisch; die Energiepolitik soll auf günstige Versorgung ausgerichtet werden, unter anderem durch die Wiederinbetriebnahme russischer Gaslieferungen über Nord Stream.

Soziales & Rente

Das Bürgergeld will die Partei laut Programm durch eine „aktivierende Grundsicherung“ mit strengeren Auflagen ersetzen. In der Rente setzt das Programm auf einen flexiblen Renteneintritt mit Anreizen für längeres freiwilliges Arbeiten und eine stärkere Berücksichtigung von Kindererziehung.

Migration & Integration

Die Migrationspolitik ist laut Programm das zentrale Thema der Partei: Sie fordert umfassende Zurückweisungen an den deutschen Grenzen, eine drastische Reduzierung der Asylzuwanderung, konsequente Abschiebungen in großem Umfang – im Programmumfeld verwendet die Partei dafür auch den Begriff „Remigration“ – sowie eine grundlegende Änderung des Asylrechts.

Klima & Energie

Das Programm lehnt die bisherige Klimapolitik ab: Es fordert den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen, die Abschaffung von Klimaschutzgesetz und CO2-Bepreisung, ein Ende der Vorrangförderung erneuerbarer Energien, die Rückkehr zur Kernkraft und den Erhalt des Verbrennungsmotors.

Außen & Sicherheit

Laut Programm soll Deutschland die Waffenlieferungen an die Ukraine beenden, die Sanktionen gegen Russland aufheben und sich für Verhandlungslösungen einsetzen. Die Bundeswehr soll gestärkt und die Wehrpflicht wieder eingesetzt werden; die NATO-Mitgliedschaft stellt das Programm nicht infrage, fordert aber eine stärker an nationalen Interessen orientierte Außenpolitik.

Digitales & Bildung

Das Programm fordert den Erhalt des Bargelds (mit Grundgesetzrang), Datenschutz gegenüber staatlichen Eingriffen und den Ausbau digitaler Verwaltung. In der Bildung betont es das Leistungsprinzip, ein gegliedertes Schulsystem und wendet sich gegen geschlechtergerechte Sprache an Schulen und Hochschulen.

Europa

Die EU in ihrer jetzigen Form lehnt das Programm ab: Es fordert eine Neuordnung hin zu einem „Bund europäischer Nationen“ mit Rückverlagerung von Kompetenzen an die Nationalstaaten; scheitert diese Reform, solle das Volk über einen Austritt Deutschlands abstimmen. Im Europäischen Parlament gehört die AfD der ESN-Fraktion an.

Organisation & Struktur

Die AfD gliedert sich in 16 Landesverbände mit Kreis- und Ortsverbänden; oberstes Organ ist der Bundesparteitag, der traditionell als Mitglieder- oder Delegiertenparteitag stattfindet. Die frühere Jugendorganisation Junge Alternative löste sich 2025 nach gerichtlich bestätigter Extremismus-Einstufung auf; Anfang 2026 gründete die Partei mit der „Generation Deutschland“ eine neue, enger angebundene Jugendorganisation (AfD-Mitgliedschaft grundsätzlich Voraussetzung).

Wahlergebnisse

Zweitstimmenanteile der AfD bei Bundestagswahlen (Quelle: Bundeswahlleiterin)
JahrZweitstimmenErgebnis
20134,7 %Einzug verpasst (Fünf-Prozent-Hürde)
201712,6 %Opposition (erstmals im Bundestag)
202110,3 %Opposition
202520,8 %Opposition (zweitstärkste Kraft)

Finanzierung

Die AfD finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und staatlicher Parteienfinanzierung, deren Höhe die Bundestagsverwaltung jährlich festsetzt; durch das Wahlergebnis 2025 stiegen ihre Ansprüche deutlich. Einzelne Spendenvorgänge führten in der Vergangenheit zu rechtskräftigen Strafzahlungen. Details stehen im gesetzlich vorgeschriebenen Rechenschaftsbericht (Bundestagsdrucksachen).

Aktuelle Rolle & behördliche Einordnung

Aktuelle Rolle: Die AfD stellt seit 2025 die größte Oppositionsfraktion im Bundestag und ist in allen 16 Landtagen vertreten; an keiner Landes- oder Bundesregierung ist sie beteiligt (Stand: Juli 2026).

Behördliche Einordnung: Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die AfD seit 2021 als rechtsextremistischen Verdachtsfall; diese Einstufung ist nach Entscheidungen von VG Köln, OVG NRW und Bundesverwaltungsgericht (Mai 2025) rechtskräftig bestätigt. Im Mai 2025 stufte das BfV die Partei als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ hoch, gab dann aber eine Stillhaltezusage ab; mit Eilbeschluss vom 26. Februar 2026 untersagte das VG Köln dem BfV, diese Hochstufung bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens zu verwenden – die Beobachtung als Verdachtsfall besteht fort. Auf Landesebene stufen mehrere Landesämter (u. a. Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen) die jeweiligen Landesverbände als „gesichert rechtsextremistisch“ ein; in Sachsen ist diese Einstufung gerichtlich bestätigt, in anderen Ländern laufen Verfahren. Die Partei weist die Einstufungen zurück und geht juristisch dagegen vor (Quellen: BfV, VG Köln, Presseberichte; Stand: Juli 2026).

Häufige Fragen

Was ist die AfD?

Die Alternative für Deutschland ist eine 2013 gegründete Partei. Laut ihrem Grundsatzprogramm tritt sie für direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild und einen souveränen Nationalstaat ein. Sie ist seit 2017 im Bundestag vertreten und dort seit 2025 zweitstärkste Kraft.

Was will die AfD?

Laut Wahlprogramm 2025 unter anderem umfassende Zurückweisungen in der Migrationspolitik, die Abschaffung von CO2-Bepreisung und Klimaschutzgesetz, eine Rückkehr zur Kernkraft, Steuersenkungen und das Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine. Details im Abschnitt Positionen.

Wer führt die AfD?

Eine Doppelspitze aus Alice Weidel und Tino Chrupalla (seit 2022, Stand: Juli 2026). Bei der Bundestagswahl 2025 war Alice Weidel Kanzlerkandidatin der Partei.

Wie schnitt die AfD bei der Bundestagswahl 2025 ab?

Sie erhielt 20,8 Prozent der Zweitstimmen und 152 Sitze – ihr bislang bestes Bundesergebnis – und ist größte Oppositionsfraktion im Bundestag.

Wird die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet?

Ja. Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall (rechtskräftig bestätigt); eine Hochstufung vom Mai 2025 ist per Eilbeschluss des VG Köln bis zur Hauptsache-Entscheidung untersagt. Details im Abschnitt „Behördliche Einordnung“ (Stand: Juli 2026).

Wofür steht die Abkürzung AfD?

Für Alternative für Deutschland.

Hat die AfD eine Jugendorganisation?

Ja, seit Anfang 2026 die „Generation Deutschland“. Die frühere Jugendorganisation „Junge Alternative“ hatte sich 2025 aufgelöst, nachdem Gerichte ihre Einstufung als gesichert extremistisch bestätigt hatten.

Wie viele Mitglieder hat die AfD?

73.108 im Februar 2026 (Parteiangaben laut Niedermayer-Erhebung) – ein Zuwachs von über 40 Prozent gegenüber Ende 2024.

Quellen